Muss ich jede Buchung vom Kontoauszug einem Sachkonto zuordnen?

  • Ich nutze die EÜR das erste Mal im Leben. :)

    Zuvor hat alles der Steuerberater die letzten Jahrzehnte gemacht. Den kann ich aber leider nicht mehr bezahlen, bei der Auftragslage. seit 2023 hab ich die Kleinunternehmerregelung, also alles ohne Mwst.! Ich biete auch nur Dienstleistungen an, kein Verkauf von Waren.

    Kontoauszüge habe ich direkt von der Bank importiert. Muss ich alle 274 Buchungen vom Kontoauszug einem Sachkonto zuordnen? Also auch alle privaten Einkäufe vom Supermarkt, Friseur oder auch Busfahrten, private Käufe im Internet oder müssen nur alle zugewiesen werden, die mit dem Geschäft zu tun haben?

  • Kontoauszüge habe ich direkt von der Bank importiert. Muss ich alle 274 Buchungen vom Kontoauszug einem Sachkonto zuordnen? Also auch alle privaten Einkäufe vom Supermarkt, Friseur oder auch Busfahrten, private Käufe im Internet oder müssen nur alle zugewiesen werden, die mit dem Geschäft zu tun haben?

    Du hast doch hoffentlich nicht für privat und betrieblich ein gemeinsames Konto, oder? Dass sollte Dir der Berater in Jahrzehnten seiner Tätigkeit doch erklärt und verhindert haben. Ansonsten bleibt Dir nichts anderes übrig, als alles zuzuweisen und Dich auf viel Spaß mit dem Finanzamt/Prüfer zu freuen.

  • Ach du meine Nase. Leider nein. Ist nur ein Konto, auch für Privat. Früher hatte er immer eine Bilanz gemacht und seit 2023 dann umgestellt auf EÜR. Die jährlichen Kosten bei ihm sind leider geblieben. Dann muss ich mal schauen, was das alles für Sachkonten sind. Zum Glück hab ich kein Fahrtenbuch, weil die Kunden zu mir kommen. Aber SKR3 ist richtig, oder? Irgendwer sagte mir das so.

  • Danke für die Antworten! Sieht ja richtig nach Arbeit aus. Leider kann ich mir keinen Steuerberater mehr leisten seit 2 Jahren für jährlich 1300 EUR. Die Auftragslage ist - wie bei vielen Firmen - komplett eingebrochen und ich bekomme anteilmäßig Bürgergeld. Also muss ich schauen, wie und ob ich das selbst stemmen kann. Gewerbe abmelden geht auch nicht so ohne Weiteres. Es ist zum Heulen. Dann werde ich mich mal vortasten an die Sachen.

  • Du musst aber nicht kategorisieren, sondern kannst private Käufe auf Privatentnahme buchen (Privatentnahmen anstelle eines Aufwandskontos).

  • Danke G5! Zu den Privatentnahmen zählen also alle Supermarkteinkäufe (bezahlt mit EC-Karte), private Ebay und Amazon-Einkäufe und die privat gemietete Tiefgarage sowie Versicherungen (außer Rechtsschutz fürs Gewerbe? Ich muss mal schauen ob es so ein Sachkonto "Privatentnahmen" gibt. Falls nicht, kann man es selbst erstellen?

  • Nachtrag: passe bei privaten Käufen in der EU auf. Es gibt einen Passus in § 13b Abs. 5 Satz 7 UStG (aus der Erinnerung) wegen mögicher Umsatzsteuer Reverse Charge. Gilt nämlich auch bei privaten Käufen. Sollte dir dein steuerlicher Berater sagen, wie das zu machen ist.

  • Nachtrag: passe bei privaten Käufen in der EU auf.

    Macht es mal nicht komplizierter als es ist. Davon war nirgends die Rede. Und Steuerberatung machen wir hier auch nicht.

    Danke! Schaue morgen früh gleich nach!

    Du solltest auch noch mal ein paar Worte mit Deinem Fachmann wechseln. ;)

  • Danke für all die Infos! Jeder, mit dem ich bisher gesprochen hatte ist der Meinung das kann man alles selbst machen und sei nicht so schwierig. Aber scheinbar doch. Habe heute mal 3 Steuerberater angeschrieben zwecks ungefährer Preise. Der ehemalige Steuerberater hat mich auch nie geragt, womit oder wie ich die Rechnungen speichern / sichern tue. Ich dachte als Steuerberater wäre das doch wünschenswert.

    Die Kanzlei (waren 3 Steuerberater) hat sich damals verstritten und nun ist mein ehemaliger irgendwo im Allgäu.

    Morgen werde ich wohl antworten mit Preisvorstellungen bekommen. dann schau ich mal weiter. Meine Rechnungen sichere ich regelmäßig mit "True Image". Hoffe, das reicht. Eigentlich ist der ganze Aufwand inkl. Kosten ein Wahnsinn, denn das sind bei mir ja bestenfalls 4-5 Rechnungen im Monat, also 200-300 EUR Einnahmen. Den Rest zahlt das Jobcenter. Auftragslage wird ja bundesweit nicht besser und schwer vermittelbar bin ich auch wegen der Schwerbehinderung. alles irgendwie blöd für mich.

    Morgen werde ich wohl sehen wie es weitergeht. schönen Sonntag erst mal!

  • Hallo Speedy 65,

    ich möchte Dir eigentlich die Angst vor der eigenen Buchführung nehmen. Das du private Einnahmen und Ausgaben auf deinem "betrieblichen" Konto hast, ist erstmal nicht weiter schlimm. Es wird nur unübersichtlich irgendwann. Aber selbst ich mit getrennten Konten habe auch mal private Ausgaben oder auch mal ne private Einnahme auf dem betrieblichen Konto. Ist nicht tragisch. Private Ausgaben kannst du ruhig ins Konto 1800 (Privatentnahmen) buchen. Wenn du später etwas mehr firm in der Buchhaltung bist, kannst du auch weitere Unterkonten wie z. Bsp. Kto. 1820 (beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben) eröffnen. Das hilft Dir später beim Erstellen deiner Steuererklärung. Deine betrieblichen Ausgaben musst du natürlich den entsprechenden Sachkonten zuordnen.

    Falls du private Einnahmen (z. Bsp. Lohnzahlungen von einem evtl. anderen Arbeitgeber) bekommst, kannst du die als Einlagen Kto. 1890 buchen.

    Und solange dein Unternehmen so überschaubar ist, kannst Du Dir meiner Meinung auch einen Steuerberater ersparen. Einfach ein bißchen reinfuchsen in das Thema Buchführung etc. . WISO ist sehr anfängerfreundlich.:thumbsup: